Besteuerung von Veräußerungsgeschäften über Internet

Auch bei privatem Verkauf in Ebay ist Vorsicht geboten

Auch bei privatem Verkauf in Ebay ist Vorsicht geboten

Ab wann müssen Einkünfte dem Finanzamt mitgeteilt werden – Steuerfahndung erfolgreich
Einkommensteuer
Wann muss auf Ebay-Handel Einkommensteuer gezahlt werden?

Ebay als Markt der Möglichkeiten bietet selbst Laien einen bequemen Weg, Waren zu kaufen oder zu verkaufen.Aber auch hierbei können – was viele Ebay-Nutzer nicht wissen – steuerliche Grenzen, die es zu beachten gilt, gelten.
So spricht das Einkommensteuergesetz u.a. von einem privaten Veräußerungsgeschäft, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung der Ware weniger als ein Jahr beträgt.
Steuerpflichtig sind private Veräußerungsgeschäfte dann insgesamt, wenn der Gewinn im Kalenderjahr mehr als 511 € beträgt. Private Veräußerungsgeschäfte sind bei der Einkommensteuererklärung in der Anlage SO (sonstige Einkünfte) einzutragen.
Wenn es sich um eine nachhaltige (d.h. mit Wiederholungsabsicht unternommene) selbständige Tätigkeit mit der Absicht, Gewinn zu erzielen handelt, liegt oft bereits eine gewerbliche Tätigkeit vor. Die Abgrenzung zwischen Gewerbebetrieb und privater Vermögensverwaltung ist in der Praxis meist schwierig.
Einkünfte aus Gewerbebetrieb werden in der Einkommensteuererklärung in der Anlage GSE angegeben. Neben der Einkommensteuer können dann Gewerbe- und Umsatzsteuer anfallen.
Die Fahndung der Finanzverwaltung kann mit ihren modernen Ermittlungsmethoden Umsätze, die in Ebay erzielt werden, überprüfen und muss bei einem begründeten Anfangsverdacht auch bei Banken und im privaten Bereich ermitteln.
Ein Anfangsverdacht liegt immer dann vor, wenn die erzielten Verkäufe steuerpflichtig waren und die Prüfung beim Finanzamt ergibt, dass diese nicht in der Steuererklärung angegeben wurden.
Ob die aufgedeckten Fälle auch noch strafrechtlich relevant sind (z.B. wenn es sich bei der verkauften Ware um Diebesgut oder Hehlerware handelt), ist für die Steuerpflicht ohne Bedeutung.
Umsatzsteuer
Verkäufe in Ebay können eine Umsatzsteuerpflicht gegenüber dem Finanzamt auslösen

Bei der Umsatzsteuer (häufig auch Mehrwertsteuer genannt) kommt es nicht auf den Gewinn, sondern auf die nachhaltige (im Sinne von wiederholte) Einnahmeerzielung an.
In der Regel wird für Verkäufe in Ebay aber die sogenannte Kleinunternehmerregelung greifen; d.h. wenn der voraussichtliche Jahresumsatz die Grenze von 17.500 € nicht überschreitet, muss keine Umsatzsteuer gezahlt werden. Wird die Tätigkeit im Laufe des Jahres aufgenommen, muss der Umsatz auf einen Jahresbetrag hoch gerechnet werden.
Sobald allerdings Umsatzsteuer in Rechnung gestellt wird, muss – auch bei Unterschreiten der 17.500 €-Grenze - die Steuer an das Finanzamt abgeführt werden.Auf Wunsch besteht die Möglichkeit, auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten und die normale Umsatzbesteuerung zu wählen. Dies hat den Vorteil, dass die bei Einkäufen und Investitionen im Rahmen der geschäftlichen Tätigkeit in Rechnung gestellte Umsatzsteuer als sogenannte Vorsteuer gegenüber dem Finanzamt geltend gemacht werden kann und bei Überschreiten der Umsatzsteuerschuld aus den Verkäufen zeitnah erstattet wird.
Gleichzeitig verpflichtet es auch zur Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen und der Umsatzsteuer-Jahreserklärung.
Die Umsatzsteuer-Voranmeldungen sind grundsätzlich vierteljährlich auf amtlichem Vordruck dem Finanzamt elektronisch zu übermitteln. Nimmt der Unternehmer seine gewerbliche Tätigkeit neu auf, sind im laufenden und folgenden Kalenderjahr die Umsatzsteuer- Voranmeldungen monatlich zu übermitteln.Mit der Abgabe der Voranmeldung ist der Differenzbetrag zwischen eingenommener Umsatzsteuer und Vorsteuer an das Finanzamt zu entrichten.

Fahndungsstatistik: Fahnder – mit polizeilichen Ermittlungen den Steuerbetrügern das Handwerk legen
Die ca. 30 Mitarbeiter der Steuerfahndung Koblenz haben im Jahr 2004 insgesamt 28.389.748 € an Mehrsteuern ermittelt. In 2005 waren es bereits bei rund 750 Fällen mehr als 35 Millionen €, die die Fahnder aufgespürt haben.
Dies entspricht knapp 1,2 Millionen € pro Fahnder.
Für ganz Rheinland-Pfalz betrugen die durch Fahnder des Landes ermittelten Mehrsteuern im Jahr 2004 rund 106 Millionen €.

Hrsg.: Oberfinanzdirektion Koblenz, pressestelle(at)ofd-ko.fin-rlp.de
Verantw.: Wiebke Girolstein, 0261-4932-36726

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